Prof. Dr. Ing. Guenter Willmerding

Vita

Ausbildung

1947 wurde ich in Hannover geboren, studierte dort Maschinenbau und promovierte am Institut für Kraftfahrwesen der TU-Hannover in Zusammenarbeit mit der Continental AG über das Thema „die Normalkraftverteilung des Gürtelreifens“.

Beruflicher Werdegang

1974 trat ich meine erste Stelle nach der Universität am Battelle-Institut in Frankfurt am Main an und habe mich dort mit Zuverlässigkeit und Lebensdauer militärischer Fahrzeuge beschäftigt und insbesondere die Einsatzverhältnisse am Leopard II intensiv untersucht.

1977 wurde ich von der Metzeler Kautschuk in München als Leiter der technischen Reifenentwicklung eingestellt. Ich entwickelte dort die gesamte Reifenpalette vom Fahrrad – bis zum Ackerschlepperreifen. Ein besonderer Schwerpunkt war jedoch die komplette Neuentwicklung von H-Reifen für PKW und Steilschulterreifen für Lkw.

Ein vom Bundesministerium für Forschung gefördertes Forschungsprojekt war die Entwicklung von Gießreifen.

1981 erhielt ich einen Ruf an die Fachhochschule Ulm in die Fakultät Maschinenbau und Fahrzeugtechnik, wo ich neben der Mechanik auch Vorlesungen über Fahrzeug- und Reifentechnik hielt. 1983 gründete ich das Transferzentrum „Neue Technologien in der Verkehrstechnik und entwickelte Software zur Simulation von Fahrzeugen für Fahrdynamik und Lebensdauer, die weltweit verkauft wird. Eine große Zahl von Publikationen sind dabei entstanden.

Das Transferzentrum übergab ich Ende des Jahres 2018 an meinen Nachfolger Jakob Häckh. Ich arbeite aber als freier Mitarbeiter noch in begrenztem Umfang mit.

Tätigkeit als Gutachter

1984 wurde ich als Sachverständiger für Reifenschäden als Gutachter von der IHK-Ulm öffentlich bestellt und vereidigt und habe seitdem ca. 500 Gutachten erstellt. Wissenschaftlich habe ich mich mit der Reifenberechnung mit Hilfe von finiten Elementen und mit der Frage der Alterung von Reifen beschäftigt und veröffentlicht.

Aufgrund meiner mehr als 20 jährigen Tätigkeit im Bereich Simulation der Lebensdauer erstelle ich auch Gutachten und Analysen zum Versagen metallischer Baueile aus den Bereichen Fahrzeug, Maschinenbau und Energietechnik insbesondere Windenergieanlagen.

Diese Gutachtertätigkeit führe ich bis heute mit Begeisterung aus und freue mich, wenn ich durch meine Sachkunde zur Aufklärung von Schäden beitragen kann.

Preise

Verleihung Wissenschaftspreis Stadt Ulm 1989
© Stadt Ulm

Wissenschaftspreis der Stadt Ulm

1989 erhielt ich den Wissenschaftspreis der Stadt Ulm für die Entwicklung der Antriebsstrang-Simulationssoftware für Stadtbusse im Ulmer Linienverkehr. Der mit 10.000 DM dotierte Preis wurde meiner damaligen Mitarbeiterin Eva Jehlicka und mir von OB Ernst Ludwig am traditionsreichen Schwörmontag in Ulm übergeben.

Verleihung des Löhnpreises 2004
© Steinbeis GmbH & Co KG

Löhnpreis der Steinbeis-Stiftung

Zusammen mit dem Projektpartner Voith Turbo (Dr. Tillmann Körner und Dipl. Ing. Carsten Polifke) erhielt ich 2004 den Transferpreis der Steinbeis-Stiftung für Wirtschaftsförderung Stuttgart. Wir bekamen den Preis für die Entwicklung des Voith-Antriebs-Strang-Optimierungs-Programm (VASOP). Der Preis ist mit 60.000 Euro dotiert.

Verleihung des Steinbeispreises 2018
© Grafikbüro Leineke

Steinbeis-Transferpreis

Im Rahmen meiner Abschiedsfeier aus dem Steinbeis-Transferzentrum für Verkehrstechnik erhielt ich den Steinbeispreis. Er wurde mir 2018 für besondere Verdienste von Steinbeis-Gründer Dr. Johann Löhn und Dr. Michael Auer übergeben.

Kunden

Richter und Staatsanwälte

  • Richter, die in einem juristischen Verfahren einen Sachverständigen benötigen. Dieser wird einvernehmlich mit den Parteien festgelegt.
  • Staatsanwälte, die in einem Ermittlungsverfahren tätig sind.

Die Kosten werden vom Gericht bzw. der Staatsanwaltschaft getragen, so dass keine Abhängigkeit von den Parteien besteht. Die Kosten des Gutachtens werden nach JVEG / ZSEG ermittelt.

Private Auftraggeber (Privatgutachen)

  • Zur Klärung von Sachverhalten wird ein neutrales Gutachten erstellt, an Hand dessen dann das weitere Vorgehen entschieden werden kann. (z.B. Einreichung einer Klage)
  • Außergerichtliche Klärung zwischen mehreren Beteiligten (z.B. Fahrzeughersteller und Zulieferer) wer für einen Schaden verantwortlich ist. Die Parteien vereinbaren, sich auf der Basis des Ergebnisses des Gutachtens außergerichtlich zu einigen.

Die Kosten werden von der/n auftragebenden Partei/en bezahlt. Die Kosten des Gutachtens werden zwischen Gutacher und Auftraggeber zuvor frei vereinbart.